Lisa Marie Heeren – Plakatkampagne LETSLIVE

Im dritten Semester fertigten wir für den Kurs „Plakat und Sequenz“ bei Dozent Ubbo Kügler eine Plakatkampagne für eine fiktive Firma oder Organisation an. Dafür überlegten wir uns zunächst jeweils ein grundlegendes Thema, das wir auf drei Plakaten dargestellen sollten. Diese mussten im direkten Vergleich durch ihre gestalterischen Mittel als zusammenhängende Kampagne zu erkennen sein – die einzige Vorgabe war hierbei der Schwerpunkt auf selbstgezeichnete Illustrationen. Die Schwierigkeit bestand darin, den Plakaten auch im Einzelnen genug Ausdrucksstärke zu verleihen, damit das gewählte Thema auch ohne zusätzliche Hintergrundinformationen verständlich werden würde. Um die gewünschte Tiefe zu erreichen, lernten wir zunächst die Grundlagen des Plakatentwurfes. Besonders wichtig war hierbei, durch Farben, Typografie und Platzierung der Gestaltungselemente den Blick des Betrachters zu lenken. Da Plakaten in der Regel nur für einige Sekunden Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist es entscheidend, dem Betrachtenden in kürzestester Zeit möglichst viele Informationen zu vermitteln. Bestenfalls sollten diese dann einen derart bleibenden Eindruck hinterlassen, dass sie den Wunsch erwecken, sich je nach Intention des Gestalters näher mit dem dargestellten Thema auseinanderzusetzen, das angeworbene Produkt zu kaufen, usw.

Für mein Thema erschuf ich die Tierschutzorganisation „LetsLive“ und beschäftigte mich zunächst eingehend mit verschiedenen Schwerpunkten und Problemen, für welche sich bereits bestehende Organisationen in diesem Bereich engagieren. Während meiner Recherche stellte ich fest, dass viele der bekannten Unternehmen Mitleid als beliebtes Gestaltungsmerkmal verwenden, größtenteils hervorgerufen durch großflächige Bilder gequälter Tiere oder anklagende Texte, die das Schuldbewusstsein des Betrachters ansprechen sollen. Da diese Methode bei mir selbst in den meisten Fällen eher das Gegenteil bewirkt, wählte ich für meine Kampagne einen anderen Ansatz. Statt realer Bilder illustrierte ich drei Tiere in verschiedenen Situationen, die für gewöhnlich von Menschen an Tieren ausgeführt werden – im Umkehrschluss ersetzte ich für diese Szenarien dann die Tiere durch Menschen. Unter den Illustrationen sind positiv konnotierte Einzelbegriffe wie „Feinschmecker“ oder „Gourmet“ zu lesen, die im Zusammenhang mit den Bildern jedoch eine ironische bis gegenteilige Bedeutung erhalten. Für weiterhin interessierte Betrachter verfasste ich passend zu den jeweiligen Schwerpunkten im unteren Drittel des Plakates kurze informative Texte, die das dargestellte Problem deutlich erklären und belegen.